Das Darmmikrobiom spielt eine Schlüsselrolle bei der Verdauung von Nahrung und produziert dabei Abbauprodukte, die als Metaboliten bezeichnet werden. Viele dieser Metaboliten, wie beispielsweise die kurzkettigen Fettsäuren Butyrat, Propionat und Acetat, können verschiedenen Erkrankungen vorbeugen, darunter auch entzündlichen Prozessen im Körper.
„Jeder Mensch hat sein eigenes, einzigartiges Mikrobiom“, erklärt GiG-Mitglied Wolfram Weckwerth, Leiter der Forschungsplattform AIPN (Künstliche Intelligenz für personalisierte Ernährung und Krankheitsprävention). „Aus den Mustern der mikrobiellen Stoffwechselprozesse eines Menschen lässt sich auf die Funktionsweise seines jeweiligen Mikrobioms und dessen krankheitsvorbeugendes Potenzial schließen. Darauf aufbauend können wir personalisierte Ernährungsempfehlungen entwickeln.“
Im Rahmen von AIPN arbeitet Wolfram Weckwerth eng mit David Berry (CeMESS, Exzellenzcluster „Microbiomes drive Planetary Health“) zusammen, um ein besseres Verständnis dieser Stoffwechselmuster und der präventiven Mechanismen des Mikrobioms zu erlangen.
David Gomez Varela ist ebenfalls Mitglied im GiG und Leiter des Exzellenzzentrums für Metaproteomik. Er erklärt, dass in Zeiten erhöhten Stresses, etwa während der aktuellen Hitzewelle, ein gesundes, ballaststoff-basiertes Darmmikrobiom dem Körper helfen kann, besser mit der Belastung umzugehen: „Die Unterstützung des Mikrobioms sollte jedoch als langfristige Resilienzstrategie und nicht als Notfallmaßnahme betrachtet werden.“ Vor diesem Hintergrund kann eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung dazu beitragen, ein Mikrobiom zu erhalten, das die Darmbarrierefunktion und ausgewogene Entzündungsreaktionen unterstützt, was bei Hitzestress von Bedeutung sein könnte.
Erfahren Sie mehr über die Mikrobiomforschung an der Universität Wien:
- Österreichischer Mikrobiom-Tag 2026: Entdecken Sie die Höhepunkte des ersten Österreichischen Mikrobiom-Tages, bei dem Forscher*innen aus ganz Österreich die neuesten Erkenntnisse der Mikrobiomforschung vorstellten und darüber diskutierten, wie mikrobielle Gemeinschaften zur Gesundheit unseres Planeten beitragen.
- Die Macht der Mikroben: Im Rudolphina-Podcast erklärt der Mikrobiologe Martin Polz, warum Mikroben für das Leben auf der Erde unverzichtbar sind, wie sie Ökosysteme prägen und warum ihr Verständnis entscheidend ist, um globale Herausforderungen zu bewältigen.
- Die Welt der Mikroben: Der Wissenschaftskommunikator Florian Freistätter erkundet die verborgene Welt der Mikroben, ihre überraschenden Rollen in unserem Alltag und die neuesten Forschungsergebnisse des Exzellenzclusters MicroPlanet.