Lange Zeit wurde Autismus meist von Menschen beschrieben, die selbst nicht autistisch sind – in der Populärkultur, in den Medien und in der Forschung. In den letzten Jahren haben jedoch autistische Menschen begonnen, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen, insbesondere in Romanen und Autobiografien. Viele dieser Autor*innen beschreiben Autismus aus einer Neurodiversitäts-Perspektive: Autistisch zu sein ist kein Defizit, sondern Ausdruck der natürlichen menschlichen Vielfalt.
Trotzdem gibt es in der Gesellschaft immer noch viele negative Stereotype über Autismus. Infolgedessen fühlen sich junge autistische Menschen oft missverstanden – besonders in der Schule.
Hier setzt das Projekt an. Es versucht, basierend auf gelebten Erfahrungen zu vermitteln, was es bedeutet, neurodivergent zu sein. Dafür lesen die Forscher*innen mit Jugendlichen (10-14 Jahren) den Roman Wie unsichtbare Funken (die deutsche Ausgabe von A Kind of Spark) der autistischen Autorin Elle McNicoll. Das Buch erzählt die Geschichte von Addie, einem autistischen Mädchen, und folgt ihrem Alltag in der Schule und zu Hause.
Im Rahmen angeleiteter Lektüresitzungen reflektieren und diskutieren die Schüler*innen aktiv über die Geschichte. Darauf aufbauend wird in der Studie untersucht, ob die Beschäftigung mit dem Roman die Einstellung der Schüler*innen gegenüber Autismus verändert hat.